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100 Jahre SPD-Kiedrich


Udo's Brief an seine Freundin Eindrücke von der Feier



Udos Brief an seine Freundin

Udo's Brief an seine Freundin, die SPD-Kiedrich

Gratulation | Selbständigkeit | Gute Politik

Liebe SPD hier in Kiedrich,

heute feiern wir Deinen 100-sten Geburtstag, dazu gratuliere ich Dir.

Ich persönlich kenne dich jetzt schon seit fast 40 Jahren. Und fast 40 Jahre lang bist du meine gute, wenn auch manchmal – in seltenen Fällen - anstrengende Freundin.

Wir beide haben immer eine tolle Zeit zusammen gehabt, wir haben einiges zusammen erlebt. Zugegeben, früher war es aufregender als heute. Da haben wir unsere Erfolge dann auch lauter gefeiert, haben so manche Nächte durchzecht. Und wir waren nicht nur lauter, wir waren auch mehr.

All das gibt es heute nicht mehr so. Aber wir haben gemeinsam etliche Berge bestiegen und sehr viel Zeit zusammen verbracht. Und wenn ich jetzt „Zeit“ sage, dann gab es dabei so gut wie keine „Auszeit“. Eine Auszeit hast Du mir im Grunde nie gestattet.

Es war sicher nicht immer lustig mit Dir, ich erinnere mich da an die eine oder andere Geschichte. Weißt Du noch, liebe SPD, wie wir zusammen gegen den Nato-Doppelbeschluss und für eine „Atomwaffenfreie Zone“ in Kiedrich waren? Weißt Du noch, wie wir die Winzer gegen uns aufbrachten? Weil wir die Ersten und bisher Einzigen in Hessen waren, die je eine Flurbereinigung kippten? Wie wir ein Neubaugebiet auswiesen und unsere Wohnfläche damit ausgerechnet in Richtung Eltville verschoben? Ausgerechnet Eltville?

Heute leben dort Menschen, die sich mit Fug und Recht „Kiedricher“ nennen. Und alle sind stolz darauf. Sie alle fahren jetzt, wie praktisch jeder hier im Ort, mit solch einem „Kiddericher“-Aufkleber auf dem Auto durch die Welt. Den man übrigens nur bei Dir, der guten alten SPD, bekommen kann.
Damals, vor vielen Jahren, als ich als junger Mensch zu Dir gekommen bin, da hast Du mir schnell gezeigt, dass es in der Politik ist, wie es im Leben ist: Man kann eine Krankheit nicht dadurch heilen, indem man das Fieberthermometer versteckt.

Nein, man muss sich stellen. Klar und deutlich sagen, was man meint. Immer und immer wieder und das haben wir gemeinsam getan. Du hast mich auf deine Schultern steigen lassen. Du hast mir in dieser Zeit in Kiedrich, im Kreis und an vielen anderen Orten die Fenster aufgestoßen und bist mit mir eingestiegen.

Manchmal leise, manchmal auch mit einigem Getöse. Erinnerst Du dich noch an die Schreie derer, die drinnen waren? Wenn denen durch die aufgestoßenen Fenster plötzlich ein frischer Wind um die Ohren blies?
Ich bin aber vor allem stolz, dass ich Dich hier schon so lange als immer hilfsbereite und kameradschaftliche Freundin erleben durfte. Denn ich weiß, Du kannst auch ganz anders.

Deine vielen Schwestern in anderen Kommunen zeigen uns oft genug - landauf, landab - wie anstrengend sie sein können.