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100 Jahre SPD-Kiedrich


Udo's Brief an seine Freundin Eindrücke von der Feier



100 Jahre SPD-Kiedrich

Einleitung*

Die SPD ist die älteste deutsche Partei, deren Identität als Freiheits- und Emanzipationsbewegung in einer über Hundertjährigen Geschichte wuchs und die sich immer wieder in Erfolgen und Niederlagen bewähren musste. In dieser Tradition stehen auch die Kiedricher Sozialdemokraten.
Es kam nicht von ungefähr, dass sich die Sozialdemokratie in Kiedrich etablierte. Zu sehr waren die Kiedricher schon damals von einer auf Freiheit und Gerechtigkeit basierenden Lebensform überzeugt. Zu groß war der Stellenwert, den man der gemeinsamen Ausrichtung auf Ziel und den Anstrengen für die Erreichung eines solchen beimaß.
Kiedricher Sozialdemokraten lebten und stritten für die parlamentarische Demokratie bis in die letzten Tage der Weimarer Republik. Die nationalsozialistische Diktatur zerschlug hier wie anderen Ortes die Partei und zwang ihre Mitglieder in Passivität, Untergrund oder ins Exil. Führende Genossen, auch in Kiedrich, wurden verhaftet und drangsaliert.Die Sozialdemokraten als solche aber waren nicht diskreditiert. Sie hatten zu den Gegnern der Nazis gezählt und zu ihren Opfern. Sie haben 1933 als Einzige, anders als die „bürgerlichen“ Parteien, der Abschaltung der Demokratie durch das "Ermächtigungsgesetz“ nicht zugestimmt. Deshalb konnten sie nach dem Krieg auch als einzige Partei Deutschlands unter ihrem alten unbelasteten Namen wieder am politischen Leben teilnehmen.Aus der Sammlung der Überlebenden, der Gründung verschiedenartigster Organisationsformen in der unmittelbaren Nachkriegszeit, ist in nun beinahe 100 Jahren eine insgesamt wohlhabende Gesellschaft mit einem demokratischen Gemeinwesen geworden, dass zu den freiheitlichsten und den wirtschafts-stärksten Staaten gehört. Die SPD hat an dieser Entwicklung einen entscheidenden Anteil.So konnten auch die Kiedricher Sozialdemokraten 1945 unter Simon Wölfel mit erhobenem Kopf an den Wiederaufbau unserer Gemeinde und unseres Landes gehen. Diejenigen, die sich damals zu-sammenfanden, konnten an eine unbelastete sozialdemokratische Tradition anknüpfen.Die Kiedricher SPD hat heute allen Anlass, sich mit Stolz auf ihre Geschichte und an die Frauen und Männer, die für sie standen, zu besinnen.Der Ortsverein Kiedrich hat seinen Beitrag am Wirken der deutschen Sozialdemokratie in hervorragen-der Weise geleistet, in guten wie in schlechten Zeiten bestand er alle Bewährungsproben.Dabei haben viel zu oft diejenigen, auf deren Rücken Geschichte gemacht wurde, geschwiegen. Die Kleinarbeit vor Ort nahm ihnen häufig die Kraft. Es wird uns an vielen Dingen vor Augen geführt (und die Aussagen der Älteren, die Zeitzeugen, belegen dies), mit welchen Opfern, Rückschlägen, aber auch Erfolgen der Kampf um mehr Demokratie und soziale Gerechtigkeit verbunden war.Heute ist die SPD die größte politische Interessengemeinschaft Kiedrichs, mit einem nicht geringen Einfluss auf die Entwicklung unseres Ortes. Im Umgang mit den politischen Einflussmöglichkeiten ist die Kiedricher SPD jedoch vor allem rechtschaffen und anständig geblieben, kein Fleck belastet ihre weiße Weste und gerade daran will sich die SPD auch in Zukunft messen lassen.
Udo Wesemüller,
Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kiedrich

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Udo Wesemüller hat zur Geschichte der SPD in Kiedrich eine umfassende Dokumentatikon erarbeitet. Die Einleitung zu dieser Dokumentation ist hier wiedergegeben.
Auszüge daraus zu wichtigen Ereignissen und Personen dieser 100 Jahre können Sie in einer PDF anschauen, die Sie hier downloaden [7.278 KB] können.